Wintertour auf den Indischen Subkontinent


Indien






Dezember 2010             Frankfurt  -  Neu Delhi  -  Agra  -  Goa  -  Kolkata


Indien und Bangladesh hiessen die Ziele für diesen Winter, um dem Schnee im kalten Deutschland zu entfliehen.



Spielpläne hatte man recht fix beisammen, wobei man natürlich in solchen Ländern nie sicher sein kann ob es dann auch so stattfindet. Als zweites waren für beide Länder im voraus Visa zu ordern, was sich im Fall von Bangladesh doch schwieriger rausstellte als gedacht. Es besteht angeblich wohl auch die Möglichkeit bei Einreise am Airport in Dhaka ein Visum on Arrival zu erhalten, wobei aber mit langen Wartezeiten zu rechnen sein soll.

Also alle Dokumente zusammengestellt und eingereicht. Als erstes hatte der Konsul in Berlin auszusetzen, dass eine Unterschrift von mir auf einem Formular nicht ganz so aussah, wie auf den anderen, was zur Ablehnung führte. Also nochmal alles eingereicht mit schönen Unterschriften und nun war das  Problem, dass die Hotelbestätigung auf Deutsch war. Er möchte Sie gern auf English haben und auf offiziellem Hotelpapier....

Oh mann, so sinnlos. Desweiteren war ein Schreiben beizufügen, wie man sich vor Ort denn finanziell über Wasser hält???? Genau die Deutschen haben keine Kohle... natürlich sind Jungs aus Bangladesh bei uns ja sehr zahlungskräftig... Solche Fragen würde ich mir bei uns auch mal wünschen.....Na ja, somit war das Visum im Pass und nur 5 Tage später das Indische ganz problemlos.

Am 17.12. also so eben noch vom Frankfurt Airport aus weggekommen, erstmal Richtung Doha in Qatar, bevor das Schneechaos einsetzte. 3 Std. Aufenthalt in Doha und weiter nochmal 4 Std. nach New Delhi.



Eigentlich war für den Sonntag das heimische Team der I League angesetzt, aber der Indische Verband stellte kurz vorher nochmal alles um. War ja klar. Gut auch nicht schlimm, gab ja genug zu sehen in der Umgebung.

New Delhi ist wirklich keine schöne Stadt und übelst verdreckt in allen Ecken. Der Weg vom Hotel über die New Delhi Railwaystation bis hin zum Einkaufsgebiet Counnaght Place reichte, so das die Schuhe und Hose aussahen, wie die Sau. Überall nur Müll, Penner in den Ecken, alle Leute übelst dreckig und alle Tiere wie Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde, Hunde und Esel nahmen rege am Straßenverkehr teil.



Von New Delhi aus gut 200 km südlich gelegen, liegt die Stadt Agra mit einem der bekanntesten Weltwunder die es gibt, dem Taj Mahal. Eigentlich wollte man die Strecke per Zug zurücklegen, was aber an ausgebuchten Zügen scheiterte. Somit machte man mal ganz auf Touri und buchte sich in ner Tagestour per Bus und Reiseleiter ein. Grad mal 10 Euro waren zu zahlen und man sollte am Hotel abgeholt werden und in der Nacht wieder dort abgeliefert werden. Nun gut, man war gespannt wie ein 50 Mann Bus in meiner versifften und zugemüllten Straße vorfahren wollte, wo allerhand Verkaufsstände, schlafende Mokels und kreuz und quer stehende Autos den Weg versperrten.



So dann auch geschehen, indem morgens um 6.30 UHhr ein Mopedfahrer vorm Hotel stand und meinte: Aufsteigen ich fahr Dich zum Bus. Ich sag is noch alles klar bei Dir, wo steht der Bus denn? Na ja paar Straßen weiter wo er halten kann...

Also rauf auf den Hobel und durchs morgentliche Delhi gefahren bis zur Haltestelle. Eigentlich dachte man das dann im Bus paar Touris an Bord wären, aber weit gefehlt. Nur India Mokels und ein kleiner einsamer Touri... He He. Neben mich gesellte sich eine Familie aus Bangalore, welche recht ok war.

So dann mal los  200 km gen Süden dürfte man ja in 3 Std. erledigt haben... he he nicht  in Indien. Auf der zweispurigen Schnellstraße für die sogar Maut entrichtet werden mußte, war wieder alles unterwegs was 2 oder mehr Beine hatte. Somit erreichte man Agra nach einem Essenstopp nach gut 5 Std. Fahrtzeit. Hier wurde als erstes das Agra Fort besichtigt und danach gings zum Taj Mahal.



Auch hier alles gesehen, gings wieder zurück Richtung Delhi, wo aber noch ein Stopp bei einem Tempel geplant war inkl. Abendessen. Somit war man erst gegen 2.30 Uhr in der Nacht wieder im Hotel.

Am nächsten Morgen wurde man dann vom Hotel noch gratis zum Airport gebracht, ehe es per IndiGo Flieger nach Goa ging. Dieses dann nach 2 1/2 Std. erreicht und bei lockeren 32 Grad gelandet und per Prepaid Taxi nach Colva an den Colva Beach gefahren. Das vorab gebuchte Skylark Resort erwartete einen auch und bei diesen Temperaturen machte man sich natürlich direkt an den Beach und ließ den Abend mit Kingfisher Bieren am Pool ausklingen.


Goa ist Indiens einziger Fleck, wo sich ein Strand an den anderen reiht. Überall anders sind es zumeist Stadtstrände, die nicht zum Baden einladen.



Da in Delhi mein geplantes Match kurz vorher noch verlegt worden war, stand also heute die erste Partie für mich in der I League an und somit trafen im Fatorda Stadium in Margao die Churchill Brothers auf Viva Kerala.



                                         Churchill Brothers SC  -  Viva Kerala SC

                                                  Fatorda Stadium 





Vor gut 500 Zuschauern wurde ein nicht zu dolles Gekicke geboten, wobei der Ausgleich zum 1-1 Endstand der Churchill Brothers erst in der letzten Minute per Elfmeter fiel.




Per Taxi wieder zurück nach Colva und am Beach in einer Bar den Abend verbracht. Man verblieb noch weitere 5 Tage in Goa und entspannte in der heißen Sonne unter Palmen und schmunzelte über das Schnee Chaos zuhause rund um Weihnachten. Erst am 28.12. ging es mit Spicejet über Mumbai weiter nach Kolkata.


              

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Von Goa aus, wo man die letze Woche gut Sonne getankt hatte gings erstmal zu einem Zwischenstopp nach Mumbai, wo noch ein paar Leute eingeladen wurden und von dort in gut 2 Stunden weiter nach Kalkutta, oder wie es offiziel seit 2001 heißt: Kolkata. Immer noch warme 26 Grad erwarteten einen, wobei die Stadt denselben erbärmlichen Eindruck wie New Delhi hinterließ. Per Prepaid Taxi mit Festpreis Richtung Hotel gezuckelt und dort auch nicht mehr alt geworden. Der nächste Tag startete mit lecker Frühstück und auch im hellen sah die Stadt nicht grad besser aus. Man machte sich mal Richtung Innenstadt auf und erkundetet die Gegend rund ums Zentrum.

Ein paar alte Gebäude die als Sehenswürdigkeiten herhalten müssen, konnten nicht überzeugen und so machte man sich bereits gegen Mittag per Taxi auf in den Stadtteil Salt Lake City, wo heute im Yuva Bharati Krirangan oder kurz Salt Lake Stadium das nächste Event der Tour steigen sollte. East Bengal FC vs. Air India FC hieß die Partie im mit 120.000 Zuschauer fassenden zweitgrössten Stadion der Welt. Der Bau von 1984 wird nur noch vom Stadion Erster Mai in Pjöngjang in Nordkorea übertroffen.



                                                  East Bengal FC  -  Air India FC

                                                      Salt Lake Stadium





3 Ränge rundherum, wuchtige Stehtränge im Unterrang und eine massive Dachkonstruktion erwarten einen im inneren des Grounds, wobei der Gesamtzustand doch eher als desolat zu bezeichnen ist. Der mittige Bereich der Hauptseite, die sogenannte Vip Area ist mit ein paar Sitzschalen ausgestattet, wobei die Zuschauer im Rest des Stadions mit Betonstufen vorlieb nehmen müssen.



Alles ziemlich dreckig und runtergekommen, von den Toiletten ganz zu schweigen. Als Frau würde ich lieber nen Tag vorher nix mehr trinken oder essen als sich dort niederzulassen. Eintrittspreise auch heute wieder mit 20 bis 50 Rupien mehr als moderat und es empfiehlt sich direkt 2 Tickets zu kaufen, da am Einlass das Ding komplett durchgerissen wird.

Gut und gerne 5000 Zuschauer werden es heute wohl gewesen sein, die dem aktuellen Spitzenreiter East Bengal nach 5 Siegen in Folge die Daumen hielten. Und auch heute wurden die Fans nicht enttäuscht und der Gegner wurde mit  6-1 nach Hause geschickt. Support gabs keinen außer dem Gejohle bei den Toren.

Da dachte man in der Vip Area hätte man Ruhe vor den ganzen rumstreunenden Blagen, aber weit gefehlt und so wurde man wieder mit den üblichen Fragen bombadiert woher, wieso, warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Alle wollten einem natürlich auch noch die Hand geben was man selbstverständlich nicht erlauben konnte. So wechselte man zur Halbzeit auf die 20 Rupien Seite und hatte endlich dort ein ruhiges Plätzchen gefunden ohne Störenfriede. Nach dem Match gings zügig zur Hauptstraße zurück und fix kam auch ein Taxi, womit man schon 30 Minuten später wieder in der  City war.

Hier wurde noch im Pizza Hut eingekehrt und zu Fuß ging es durch die Stadt zurück zur Nachtruhe. Letzter Tag in Indien, bevor es am nächsten Tag mit Kingfisher Airlines von Kolkata aus in gut 55 Minuten nach Dhaka in Bangladesh ging.



hier geht die Reise weiter nach Bangladesch