Wintertour auf den Indischen Subkontinent


Bangladesch





Dezember 2010            Dhaka


Indien hinter sich gebracht, landete man pünktlich auf dem ZIA International Airport zu Dhaka bei immer noch angenehmen 26 Grad. Per Bus vom Rollfeld zur Immigration Control gefahren, erblickte man schon von weitem die langen Anstehschlangen vor den Schaltern zur Einreise. Also mal fix rüber zum Schalter für Diplomaten und für die Crew und mal nett gefragt wie es denn hier so aussieht für Inhaber von Reisepässen mit dem Adler drauf? Kein Thema meinte der nette Herr und schwupps war man direkt dran und hatte nach einer Minute den Stempel im Pass.

Die wissen noch was sich gehört wenn der Adler reist. Noch schnell Geld getauscht ( 100 Taka = 1 € ), wobei fast alle Scheine ein großes Loch vorweisen und recht versifft aussehen. Raus aus dem Airport und schon stand auch schon der kostenlose Hoteltransfer bereit, um einen ins Best Western in die Stadt zu bringen. Wenn man dann den Vorplatz des Airports betritt, der durch  einen massiven Zaun und das Militär hermetisch abgeriegelt ist, fallen einem sofort die ganzen Leute auf welche wie Ameisen an besagtem Zaun hängen und wie geisteskranke am Zaun herrumzerren und am rumschreien sind.

Auf Nachfrage beim Fahrer, wollen die Leute Ihre Verwandten abholen und warteten auf diese. Gott sei Dank kostet der Eintritt für Nichtfliegende 200 Taka, was sich keiner leisten kann und somit müssen sie draußen warten und man hat drinnen allen Platz der Welt. Wenn man Anstand hätte könnte man ja ganz normal wie jeder zivilisierte Mensch ruhig auf die Ankunft seiner Leute warten, oder halt wie Vollbirnen am Zaun rumnagen...

Bei Ausfahrt vom Vorplatz muss das Militär dann mit aller Kraft kurz das Tor öffnen, alle Menschen zurückdrücken die dann reinstürmen wollen, damit man passieren kann um sofort das Tor wieder zu schliessen. Na ja,ein paar mal gehupt, mit dem Außenspiegel ein paar Leute gestriffen und schon war man raus aus dem Chaos und gut 45 min. später durch mal wieder abenteuerliche Verkehrsverhältnisse am Hotel. Auch hier wieder Dauergehupe aller Verkehrsteilnehmer, streunende Köter kreuz und quer, auf dem Linienbus sitzende Menschen und allerlei Straßenverkäufer, die bei Rotphasen das Auto belagern und ihren Schund an den Mann bringen wollen.

Den Abend ruhig im Hotel verbracht, wo in der 13. Etage die La Vinci Bar mit Blick über dieStadt zum Umtrunk einlädt. Wenn man die einheimische "Hunter" Biere ja noch trinken könnte.... aber echt nicht. 2 Stück mal runter gewürgt, aber der fade Geschmack ist wirklich nix, also ab ins Bett.



Sylvestermorgen in Dhaka, 26 Grad die Sonne lacht und im Sportteil des "Independent" wird die heutige Ansetzung für 16 Uhr bestätigt. Sehr nett.

Also nach leckerem Frühstück mal einen Stadtplan in der Lobby besorgt und sich erstmal zu Fuß zum Nationalstadion aufgemacht. Erster Stopp war aber das Sheraton Hotel, wo Postkarten gekauft und beim Concierge abgegeben wurden, damit diese auch ankommen.
Nun aber weiter zum Stadion und hier die ersten Infos eingeholt. Hier gibts im Moment keine Spiele, da paar Renovierungsarbeiten im Gange sind.

Also weiter zum heutigen Match Muktijoddha KC vs. Brothers Union im Bir Shreshtha Mostafa Kamal Stadium, etwas östlich vom Nationalstadion gelegen. Ziemlich asselige Gegend rum um den Ground und auch keinerlei Lokalitäten die zum einkehren einladen, nur ein paar selbstgebaute Zeltbuden und Wellblechbehausungen wo es was zu kaufen gibt. Alle Spiele der Bangladesh Liga mit Mannschaften aus Dhaka werden zur Zeit hier ausgetragen. Dazu gibt es noch ein Ground in Feni und einen in Chittagong.



                                              Muktijoddha KC  -  Brothers Union  

                                           Bir Shreshtha Mostafa Kamal Stadium




Ca. 1000 Zuschauer waren heute gekommen um das Match zu verfolgen, bei Eintrittspreisen von 20 Cent und ganz passablen Eintrittskarten. Tickets wurden draußen vorm Stadion von alten Omas ohne Zähne auf dem Bürgersteig verkauft und auch hier die Devise, direkt 2 kaufen da der nette Militäronkel am Eingang wieder alles kurz und klein reißt. Da guckt die Oma, da kauft der Ausländer direkt 2 Tickets und gibt auch noch 10 Taka Trinkgeld... und sie lacht sich einen auf Ihrem Zahnfleisch...



Anpfiff und man wird freundlicherweise auf den Vip Balkon gebeten, weil man von einem Vereinsoffiziellen erblickt wurde und man bekommt sogar noch Kaffee gereicht. So soll es sein. Aber auch hier wieder viele neugierige Blicke, so daß man sich zur Halbzeit auf eine der Hintertorseiten verzog, wo Ruhe war. Netter Ground mit sehenswerten Hintertorseiten die dreistöckig daher kommen und zu gefallen wissen. Gegengerade recht klein mit paar Stufen und die Hauptseite als Gebäude mit kleiner Überdachung unten. Als dann die Gäste in Führung gingen, kam das erste mal Action auf, weil die Heimfans vermuteten das der Ball durch ein Loch im Aussennetz nicht regulär den Weg ins Tor gefunden haben soll.

Alles stürmte nun an den Zaun und fing an, den Schiri zu bepöbeln. Vom Dach des Gebäudes aus, wo sich einige Fans auf Schornsteinen und Dachaufbauten niedergelassen hatten, flogen nun die ersten Plastikstühle aufs Spielfeld. Als diese weg waren, stürmten die Fans dann runter und befüllten rumliegende Plastiktaschen mit Dreck und schleuderten diese aufs Spielfeld. Einfallsreich sind sie ja...                           Der Schiri unterbrach daraufhin die Partie für 10 min. bis sich die erhitzten Gemüter beruhigt hatten.



Am Ende hieß es 2-0 für die Gäste, was aber keine weiteren Störungen mehr zur Folge hatte. Ein paar Meter weg vom Stadion, wurde dann ein Tuk Tuk angehalten und nach kurzer Verhandlung brachte man mich für 100 Taka bis ans Hotel zurück. Aufregende 45 min. dauerte die Fahrt, wobei wir 5 mal leicht mit einem Bus seitlich kolidierten und ganze 7 mal ist er einem anderem Tuk Tuk oder Auto hinten drauf gerollt. Interessiert hats keinen, außer das er einmal sein Schutzblech wieder gerade biegen mußte. Zurück am Hotel war man noch im Hotelrestaurant was essen, ehe man gegen Mitternacht vom Hotelzimmer aus einen schönen Blick aufs Sylvesterfeuerwerk von Dhaka hatte.

Vorletzter Tag Bangladesch und auch heute schien wieder die Sonne beim morgentlichen Rundumblick aus dem Fenster. Für heute war angedacht, mal auf Verdacht zum Army Stadium zu fahren und mit Glück dort ein Spiel abzugreifen. Somit nach dem Frühstück und noch ein wenig Internet mal die ersten Meter zu Fuß gemacht, um noch paar Eindrücke zu sammeln und später als es zu warm wurde per Tuk Tuk Richtung Stadion. Auch hier wieder 100 Taka der Kurs, also gerade einmal 1 € für Spaß und Nervenkitzel ohne Ende im Chaos von Dhaka. Diesmal sogar ohne jegliche Tuschierungen anderer Verkehrsteilnehmer angekommen, sah es ziemlich trostlos aus rund ums Stadion, außer ein paar Militärmokel die die Eingänge bewachten.

Also mal hingeschlendert und gefragt, ob was fussballmässig geht. Ne heute leider nicht, weil morgen das "Rock of the Legends " Konzert  steigt wofür gerade auf dem Rasen die Bühne aufgebaut wurde. Ins Stadion wurde man gelassen, dort mal höflich gefragt wie es denn mit paar Fotos  aussieht, was aber freundlich verneint wurde. Daher keine Pics des Stadions. Daran hielt man sich natürlich auch, weil man keinerlei Interesse hatte im Banglaknast zu landen, nur weil man Militärgelände fotografiert. Zurück ging es wieder per Tuk Tuk für 200 Taka bis ins Stadtzentrum, wo man noch einen gemütlichen Cafe Stopp einlegte, ehe es am späten Nachmittag zu Fuß zurück zum Hotel ging.

Somit ging auch diese Tour erfolgreich zu Ende, wo man 2 Länder besucht hat wo die Menschen so unfähig sind, dass sie auch noch in 10 Jahren barfuß durch ihren eigenen Müll spazieren gehen werden und immer alle Sachen auf dem Kopf transportieren, anstatt sie einfach in die Hand zu nehmen. Selbst im Hotel beim Frühstück schaffen es Leute im Anzug nicht, Messer und Gabel zu benutzen und tunken ihr Brot schön mit den Händen in die Bohnen und stopfen sich alles ins Gesicht.

Somit ging es am nächsten Tag erst wieder nach Doha zurück und von dort aus mit Lufthansa und einem Zwischenstopp in Riad weiter nach Frankfurt ins bitterkalte, aber doch so schöne Deutschland...

 


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