Kurztrip nach Nordafrika





10. November 2011                Frankfurt  -  Algier


Zum Ende des Jahres wollte man noch ein neues Land machen und nochmals in der wamen Sonne verweilen. Somit fiel die Wahl auf Nordafrika und man reiste nach Algerien. Das Wochenende rund um den 12. November lud sowohl mit einem Länderspiel, als auch mit Ligafussball ein, somit buchte man sich mit Lufthansa nach Algier ein.

Einreise nach Algerien nur mit Visa das vorher bei der Botschaft in Berlin, oder wie in meinem Fall, im Konsulat in Bonn beantragt werden musste. Die üblichen Dokumente wie Hin- und Rückflug, Hotelbuchung,   Auslandskrankenschutz usw. zusammengestellt und persönlich im Konsulat abgegeben.

Exakt 2 Wochen später konnte man den Pass dann wieder abholen und 60 € war fürs Visum zu zahlen. Da im Internet nur recht teure Hotels zu buchen waren, wurde das zuvor gebuchte Hotel (fürs Visum notwendig) wieder storniert, denn man war sicher, vor Ort ein weitaus günstigeres zu finden.



Gut 2 1/2 Stunden dauerte der Flug, ehe man pünktlich Donnerstagmittag in Algier bei herrlichen 25 Grad aufschlug und nach problemloser Einreise mal nach einem Bus gen Innenstadt suchte. Alle Leute am Airport die man fragte wo denn der Bus abfährt, zuckten nur ahnungslos mit den Schultern und sagten nur "no Bus only Taxi".

Na ja, also mal vom Internationalen zum Nationalen Terminal geschlendert und siehe da, an der Ausfahrt zur Stadt stand auch schon der kleine Minibus gen Algier Centre Ville. Gerade mal 30 Cent waren zu zahlen und nach gut 45 Min. wurde man direkt am Gare de Alger, dem Hauptbahnhof rausgelassen.



Als Erstes mal auf Hotelsuche gegangen und im Hotel Sofiane direkt im Zentrum für 19,50 € inkl. Frühstück untergekommen. Na also geht doch. Der restliche Tag wurde schonmal für erste Erkundungstouren der City und der Zugzeiten nach Blida genutzt.




Recht nette City die sehr sauber daherkommt und mit schönen Plätzen und einigen Einkaufsstrassen glänzt. Die Location direkt am Meer runden den guten Eindruck ab und auch die Leute sind nett und hilfsbereit.



Gegen Abend wurde dann noch die Casbah, Algiers Altstadt, angesteuert die unweit des Zentrum bequem zu Fuß erreichbar ist. Enge Gassen, viele Geschäfte und hektische kleine Märkte laden zum Einkaufen oder flanieren ein.


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                                          Chabad Riadhi de Belouizdad  vs  JSM de Bejaia

                                                          Stade du 20 Aout


Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen des Fussballs. Da kurzfristig aufgrund der beiden Länderspiele am Samstag und Dienstag die kompletten beiden Profiligen abgesagt wurden, musste man mit den Amateurligen vorlieb nehmen, wobei hier aber die Mannschaften dank Kunstrasen trotzdem in den Hauptstadien aufliefen.




Zudem kamen die Spiele mit sehr genialen Uhrzeiten daher, somit konnte man schon um 9 Uhr der ersten Partie des Tages beiwohnen, wo im Stade du 20 Aout die Mannschaften von Belouizdad und Bejaia aufeinander trafen.



Netter Ground mit 2 überdachten Tribünen und einer überdachten Heimkurve, ca. 5 Gehminuten von der Metrostation Jardin d`Essai zu erreichen. Eintritt bei den Amateurspielen ist frei und somit gibts leider auch   keine Tickets. Recht kurzweiliges Spiel endete 3:1 für die Heimmannschaft und nach Spielende ging es zügigen Schrittes in den Nachbarstadtteil Hussein Dey zum nächsten Match.



                                            Nasr Athletique d`Hussein Dey  vs  WRBM

                                                                     Stade Freres Zioui


 

Gut 15 Minuten vom Stade du 20 Aout sind zu bewältigen und man findet das Stade Freres Zioui von Hussein Dey mitten zwischen Häusern eingekeilt. Kleiner 7.000 er Ground, der aber recht nett aussieht, da die beiden Tribünen in den Vereinsfarben angemalt sind und man ganz nah am Fussballgeschehen ist.

                                     

Hier wollten den Auftritt beider Mannschaften ca. 200 Leute sehen, die sich alle im oberen Bereich der Tribüne aufhielten, um der wamen Sonne zu entgehen.

Auch heute wieder herrlicher Sonnenschein bei 25 Grad. Man selber ließ sich natürlich schön in der Sonne nieder und hatte somit auch genug Platz um sich herum... 1:1 am Ende, gerechtes Ergebniss des Spiels. 



Am Nachmittag konnte sogar noch der 3. Ground gekreuzt werden und so machte man sich von Hussein Dey auf zur nächstgelegenen Metrostation und fuhr diese dann bis zur Endhaltestation Hai el Badr.



                                         Raed Chabad Kouba  vs  Paradou Athletic Club

                                                                Stade Omar Benhaddad



Dort angekommen findet man sich im Stadtteil Kouba wieder, wo man in gut 20 Minuten Fußweg das Stade Omar Benhaddad oder auch einfach Stade de Kouba erreicht.



10.000 er Stadion wieder mit 2 überdachten Tribünen und in den Kurven ohne Ausbau. Da man schon recht früh da war, knipste man schonmal die Fotos und fand in der Nähe noch was zum Essen bevor das letzte Spiel des Tages anstand.





Deutlich weniger Leute wollten dieses Match verfolgen und somit reichten die wenigen Schattenplätze aus, wo sich alle Zuschauer vor der Hitze versteckten. 2:0 für die Gastgeber liessen den Anhang jubeln, welcher sich auch nach dem Spiel noch bis rauf ins Zentrum des Stadtteils zog.

Wieder zurück zur Metro war man in gut 10 Minuten wiederum an der Ausgangsstation des Morgens, da von hier aus noch eine Seilbahn zum Märtyrer Denkmal über der Stadt abfuhr. Bisschen Kultur darf ja auch nicht fehlen.




Riesiges Denkmal auf den Berg gebaut, mit schönem Blick über die City und das Mittelmeer. Auch hier alles gesehen, gings per Seilbahn und Metro zurück ins Zentrum, wo der Abend in der Stadt den Ausklang fand.



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                                                                         USM Alger  vs  JSMC

                                                                          Stade Omar Hamadi



Am nächsten Morgen war man schon früh auf den Beinen und nach dem Frühstück gings zu Fuß immer der Promenade am Meer entlang in den Stadtteil Bologhine zum Stade Omar Hamadi, wo wiederrum um 9 Uhr schon Anpfiff war.



Stadion direkt am Meer gelegen mit 2 überdachten Tribünen, sowie unüberdachten Kurven. Ersten Auswärtssieg der Tour gabs in einem spannendem Spiel zu sehen, wo beide Mannschaften auf Augenhöhe spielten. Ein Tor kurz vor Schluß brachte aber doch noch die Entscheidung.




Direkt nach dem Match wurde mit einem Taxifahrer verhandelt und für umgerechnet 3 € gings raus in den Stadtteil Dely Ibrahim zum Algerischen Verband, wo die bestellte Karte fürs Länderspiel abgeholt wurde.



Wiederum für 3 € zurück zum Bahnhof und keine halbe Stunde später ging auch schon der Zug ins 50 km  entfernte Blida.



                                                                 Algerien  vs  Tunesien

                                                              Stade Mustapha Tchaker



Mit dem Zug von Algier nach Blida. 80 Cent für 51 Minuten Zug fahren, da könnte sich die DB mal ein Beispiel dran nehmen und sauberer als unsere Regionalzüge sind die Bahnen auch noch. Blida gegen 14 Uhr erreicht und erstmal gemütlich zum Essen eingekehrt, ehe es zu Fuss zum Stade Mustapha Tchaker ging. Vom Bahnhof ca. 30 Minuten quer durch die Stadt zur Ausfallstrasse N1 liegt das Stadion rechte Hand.



Alles schon weiträumig abgesperrt und auch schon gut 4 Stunden vorm Spiel schon massig Leute rund ums Stadion und auch schon gut 500 Leute auf der Gegengeraden.



Im Stadion schonmal die Pics geschossen, dann gings noch gemütlich in ein Cafe in Stadionnähe, ehe man 2 Stunden vor Kick Off mal die Tribüne enterte. Weit und breit keine Buden oder Stände im Stadion, wo man was zu essen oder Getränke kaufen konnte.

Dann aber im VIP Bereich in der Tribünenmitte einen Kaffeeautomaten erblickt und Dank unachtsamer Security schleuste man sich in den Bereich und hatte sich wenigstens schonmal Getränke gesichert.

Zur Belustigung vor dem Spiel trug mal wieder die Polizei bei, indem versucht wurde aus dem Kaffeeautomaten einen Becher Kaffee rauszubekommen. Selten sowas unfähiges gesehen wie diese 3 Mokels. Als erstes versuchte der Erste Uniformierte sein Glück, aber der Kaffeeautomat behielt die Überhand.



Geld rein-Geld raus-Knöpfe drücken-geht nicht-Geldrückgabeknopf drücken-Geld raus-dummes Gesicht machen. Also mal seine 2 Kollegen dazu geholt und nun standen se mit 3 Mann vor dem Teufelsding....



Wieder ratloses Knöpfe drücken aber auch Runde 2 ging an den Automaten. Jetzt kam die glorreiche Idee mal die Putzfrau die die Sitzschalen polierte dazuzuholen... Und Hurra mit 4 Personen wurde es geschafft und der erste Cappuccino fand den Weg aus dem Automaten.

Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen direkt nach Ihnen in ca 10 Sekunden einen Becher Kaffee zu ergattern, was staunende Augen hervorbrachte...Wenn der Verstand nur so gross wäre wie eure Knüppel im Halfter...



Kaffee in der Hand und gemütlich gemacht im Sessel gings auch schon bald los und das Stadion war ausser dem freigelassenen Gästblock sold out, wobei höchstens 40 Leute aus Tunesien vor Ort waren.

Schwach, Stadion ist recht nett mit einer überdachten Hauptseite, einer Gegengeraden und in den Kurven jeweils 5 einzelne Blöcke.






Stimmung war durchschnittlich und passte sich dem eher langweiligen Spiel an was durch einen einzigen Treffer an die Algerier ging. Nach dem Match ging dann Zug und Busmässig nichts mehr zurück in die Hauptstadt, somit hatte man in der Halbzeit schonmal bei ein paar wichtig aussehenden Leuten angefragt.

Einer von denen sagte eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Algier zu, somit machte man sich nach dem Spiel zum vereinbarten Treffpunkt auf und tatsächlich wartete der Kollege auf einen und versprach das sein Kumpel ihn gleich abholen käme und ihn nach Algier fahren würde.

Kurze Zeit später fuhr dieser dann auch vor und nach gut 45 Minuten über die Autobahn zurück gen Algier liessen einen die beiden am Airport raus. Angebotenes Geld von mir wurde nicht angenommen, stattdessen luden mich die beiden noch zu einem Kaffee ein. Sauber Jungs, Merci.


Nun also noch viel Zeit bis zum geplanten Abflug 3.15 Uhr ab Algier nach Frankfurt. Also mal auf ner Bank am Airport die Augen zu gemacht und etwas geschlummert ehe man von hektischem Treiben um einen herum aufgeweckt wurde. Auf Nachfrage was denn los sei informierte einen der Lufthansa Mitarbeiter das die Maschine aus Frankfurt technische Probleme habe und erst am Morgigen Tag gegen 13 Uhr hier erwartet wird.

Hotelvoucher wären kein Thema meint er.... Hmm eigentlich kein Bock drauf. Auf dem Monitor erblickte ich dann aber noch einen Alitalia Flug um 5.40 Uhr nach Rom. Also mal hoch ins Lufthansa Büro und mal gefragt wie es mit einer Umbuchung nach Rom aussieht und dann weiter nach FRA. Ja meint er, könnte er machen. Somit also über Rom back to Frankfurt wo man gut 4 Stunden später eintraf als geplant. Na ja ging ja noch.

Netter Kurztrip nach Nordafrika mit interessanten Eindrücken...